Future of memories in urban contexts

Projektleitung: Alexandra Goloborodko, Aleksandra Yurieva-Civjane
Programm und Koordination: 
Poland: Artur Wabik
Russland: Dmitry Selin
Deutschland: Alexandra Goloborodko, Aleksandra Yurieva-Civjane, Aleksandra Portyannikova, 
Anton Valkovsky, Timur Kiselev

30 Kunst- und Kulturschaffende aus RU, DE, PL, darunter NGO-Mitglieder, Studierende, AktivistInnen, nehmen 2020/21 an Studienreisen, Wissensaustausch, öffentl. Workshops und Laboratorien teil. Ziel ist die Entwicklung eines inklusiven Umgangs mit Erinnerungskulturen im öffentlichen postkommunistischen Raum. Das Projekt findet in Kaliningrad, Krakau und Berlin statt. Akteure vor Ort werden aktiv mit einbezogen.

Deutschland, Polen und Russland haben eine gemeinsame jüngere Vergangenheit, geprägt durch zwei Weltkriege, die kommunistische- und postkommunistische Zeit, jedoch stark unterschiedliche Erinnerungskulturen. Die Art, wie erinnert wird oder was dem Vergessen anheimfällt, ist politisch instrumentalisiert und konfliktbeladen. Aktuell gibt es ein Defizit an offener internationaler Auseinandersetzung zum Thema Erinnerungsorte. Allzu oft ist der Umgang mit Erinnerungen im öffentlichen Raum (ö.R.) von einer “entweder-oder” Logik bestimmt. Um eine kritische und emphatische Reflexion über die gemeinsame Vergangenheit zwischen DE, PL und RU zu stärken und Methoden einer inklusiven und zukunftsorientierten Erinnerungskultur zu entwickeln, werden Kunst- und Kulturschaffende (weiter KKS) dazu eingeladen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine bewusste Beschäftigung mit Erinnerungskulturen im ö.R. kann zu mehr Solidarität, Selbstreflexion und gewaltfreiem Miteinander beitragen.

Es werden u.a. künstlerische Strategien wie Partizipation (Audio- und Videointerviews und Stadführungen mit StadtbewohnerInnen, Schulkindern und Senioren) oder ortsspezifische Arbeit (wie etwa in Grenzzonen,Todesstreifen, Ghettos, verlassenen Industriegebiete, Gedenkstätten) und sozial-engagierte Arbeit mit unterschiedlichen Sozialgruppen eingesetzt, um eine lebendige und inklusive Beschäftigung mit Erinnerungen in urbanen Kontexten anzukurbeln. Auch durch Ausstellungen, Vorträge und öffentliche Workshops werden Akteure der lokalen Kunst- und Kulturszene sowie ziviler Gesellschaft aktiv mit einbezogen. Wie können wir mit traumatischer Vergangenheit von Einzelnen oder Gruppen respektvoll im ö.R. umgehen? Wie wirken sich bestehende Erinnerungskulturen auf unseren Alltag aus? Welche Gedenk-Praktiken führen zu mehr Empathie? Das sind einige Fragen, die im Rahmen der Workshops performativ und künstlerisch erforscht werden. Besonderer Wert liegt darauf, dass die TeilnehmerInnen (weiter TN) Methoden entwickeln, austauschen und weitergeben, die in lokalen Kontexten über den Projektrahmen hinaus verwendet werden können.

*Das aktuelle Projekt wird das seit 2017 bestehende Netzwerk Coordinate System von KKS, die im ö.R. in postkommunistischen Länder aktiv sind, fördern und erweitern. Coordinate System unterstützt unabhängige KKS, Kulturorganisationen und grassroots-Initiativen in postkommunistischen Ländern, die schlecht vernetzt und mit einem Mangel an institutioneller Unterstützung konfrontiert sind. Das Projekt zielt darauf, Synergien in der Zusammenarbeit dieser Länder zu schaffen, den Kulturdialog zu stärken und zur Demokratisierung des ö.R. beizutragen. Mehr Info

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